SAP S/4HANA Asset Management · Fallstudie MetLi

Enterprise Asset Management
Grundlagen & Prozesse

Zweitägiges Consultant-Onboarding · Theorie, Gruppenarbeit & Quiz

Steuerung: ← → Pfeiltasten · Übersicht mit Esc · Kapitelmenü unten

01
Kapitel 1

Einführung: SAP S/4HANA Asset Management

Was bedeutet Enterprise Asset Management? SAP S/4HANA als Plattform Prozessumfang von SAP EAM UI: SAP GUI & Fiori, Personalisierung
Kapitel 1 · Einführung

Was ist Enterprise Asset Management?

Definition

Ganzheitliche Steuerung aller physischen Anlagen und Assets über den gesamten Lebenszyklus — von der Beschaffung über Betrieb und Instandhaltung bis zur Stilllegung.

Zielkonflikt

Maximale Verfügbarkeit der Anlagen bei minimalen Lebenszykluskosten. Instandhaltung ist damit kein Kostenplatz, sondern ein Werttreiber.
BeschaffenAnlage & Kostenübernahme
BetreibenProduktion / Nutzung
InstandhaltenStörung & Planung
VerbessernSchwachstellenanalyse
StilllegenAbschreibung & Rückbau

Merksatz für Junioren

Jede Datenstruktur im System (Organisation, Technische Objekte, Meldungen, Aufträge) existiert nur, um diesen Lebenszyklus messbar und steuerbar zu machen.
Kapitel 1 · Einführung

SAP S/4HANA als Plattform

  • Neues Produkt — kein Upgrade der Business Suite, sondern sukzessive Neuprogrammierung auf der In-Memory-Datenbank SAP HANA.
  • Radikal vereinfachtes Datenmodell — redundante Tabellen und Aggregate entfernt (z.B. Universaltabelle ACDOCA im Finanzwesen).
  • SAP Fiori als neue User Experience — rollenbasierte Apps statt klassischer Transaktionsbildschirme.
  • Echtzeit-Analytics im Kern — operative Auswertungen ohne separate Data-Warehouse-Ablage (→ Kapitel Reporting).

Deployment-Optionen

Cloud · On-Premise · Hybrid — beeinflusst Customizing-Spielraum und Release-Takt. Als Berater immer klären, bevor man Lösungen entwirft.

Ausblick SAP IAM

SAP Intelligent Asset Management (Asset Performance Management, Predictive Maintenance) baut auf EAM auf: von reaktiv über planmäßig zu vorausschauend.
Kapitel 1 · Einführung

Was deckt SAP EAM ab?

Kernprozesse (heute & morgen)

  • Störungsbehebung (reaktiv)
  • Geplante / planmäßige Instandhaltung
  • Inspektion & Wartung
  • Aufarbeitung von Ersatzteilen
  • Mobile Instandhaltung
  • Reporting & Analytics

Integration ist der Unterschied

Der IH-Auftrag verbindet Technik mit MM (Material), CO (Kosten), FI (Buchhaltung) und HR (Zeiten). Wer nur "Reparieren" sieht, verkauft dem Kunden zu wenig.
Kontext unserer Fallstudie: MetLi (Metropol Liegenschaften GmbH) ist FM-Dienstleister mit 240 Liegenschaften — alle Prozesse der zwei Tage spielen in dieser Welt.
Kapitel 1 · Einführung

UI: SAP GUI & Fiori — und Personalisierung

ThemaSAP GUI (klassisch)SAP Fiori (S/4HANA)
Meldung anlegenIW21App „Meldung anlegen"
Auftrag anlegenIW31App „Auftrag planen / anlegen"
ZeitrückmeldungIW41Apps „Meine Rückmeldungen"
MessbelegIK11Messbeleg-Erfassungs-Apps

Personalisierung = Akzeptanz-Hebel

Favoriten, Eingabehistorie, Layout- und Selektionsvarianten reduzieren Such- und Erfassungsaufwand massiv — userbezogen (nicht mandantenweit) und in Fiori wie GUI verfügbar.

Berater-Botschaft

Personalisierung ersetzt keine Schulung — aber ohne sie bleiben User ineffizient. In Workshops aktiv einfordern!
Kapitel 1 · Einführung

Der Lernpfad der zwei Tage

Tag 1 — Fundament & Störungsprozess

  • Organisation (Werke, Planer, Arbeitsplätze)
  • Technische Objekte (TP, EQ, Klassifizierung)
  • Meldung & Auftrag End-to-End

Tag 2 — Planung & Integration

  • Planmäßige Instandhaltung (Wartungspläne)
  • Messpunkte & Zähler
  • Fremdleistung (PM–MM–CO–FI)
  • Reporting & Analytics

Methodik pro Block

Theorie (dieses Deck) → Gruppenarbeit mit Fallstudie MetLi → Auswertung → Quiz. Die Trainer-Musterlösungen sind in den jeweiligen Workshop-Seiten hinterlegt.
02
Kapitel 2

Organisation der Instandhaltung

Werk: Standortwerk vs. Planungswerk Werksübergreifende Instandhaltung IH-Planergruppe IH-Arbeitsplatz & Kostenintegration
Kapitel 2 · Organisation

Organisationsstrukturen im Überblick

Mandantrechtlich unabhängige Einheit
Buchungskreisrechtlich selbstständiger Abschluss
WerkStandort- & Planungswerk (IH)
LagerortErsatzteilbevorratung (MM)

Technische Zuordnung

Technische Objekte (TP/EQ) gehören immer zu genau einem Werk — dort stehen sie physisch.

Planerische Zuordnung

Zuständigkeit für die Planung läuft über IH-Planergruppe — die kann in einem anderen Werk liegen!

Ausführende Kapazität

Arbeiten laufen über IH-Arbeitsplätze (Werkstätten/Teams) — ebenfalls mit eigenem Werk.
Warum das wichtig ist: Fast jede Beraterdiskussion zu Organisation dreht sich um die Frage: In welchem Werk liegt welche Verantwortung?
Kapitel 2 · Organisation

Werk: Standortwerk vs. Planungswerk

Standortwerk

Das Werk, in dem die technischen Objekte physisch stehen. Dort fallen die Kosten an und dort werden Meldungen/Aufträge buchhalterisch verortet. Bei MetLi: die Liegenschaften.

Planungswerk (IH-Werk)

Das Werk, in dem geplant und disponiert wird: Wartungspläne, Kapazitäten, Ersatzteilbevorratung. Bei MetLi: die Technik-Zentrale.
  • Im einfachsten Fall ist jedes Werk Standort- und Planungswerk zugleich (werksbezogene Instandhaltung).
  • Die Zuordnung „welches Standortwerk wird von welchem Planungswerk betreut" erfolgt im Customizing (Werkszuordnung Instandhaltung).
  • Arbeitsplätze, Planergruppen und Arbeitsvorräte sind werkbezogen — werksübergreifende Konstellationen müssen bewusst entschieden werden.
Kapitel 2 · Organisation

Werksübergreifende Instandhaltung

Das Muster des Tages

Planung zentral in einem Hauptwerk (MetLi: Werk 1000), Ausführung und Kostenverortung vor Ort in den Standortwerken (Werk 1200, 1300 …).
Werk 1000Planungswerk: Kapazität, Wartungspläne, Bevorratung
Werk 1200Standortwerk: Anlagen, Meldungen, Kosten
Werk 1300Standortwerk: Anlagen, Meldungen, Kosten
  • Standortwerke werden im Customizing dem zentralen Planungswerk zugeordnet.
  • Standardfeature innerhalb eines Mandanten — keine Schnittstellen/ALE-Zusammensetzung nötig.
  • Trade-off: zentrale Planung = Skaleneffekte & Standards; dezentral = Nähe zum Objekt. Diese Abwägung verkauft man als Berater, nicht das Transaktionswissen.
Kapitel 2 · Organisation

IH-Planergruppe: Wer plant was?

  • Die IH-Planergruppe bündelt die planerische Verantwortung: Aufträge, Meldungen und Wartungspläne landen im Arbeitsvorrat der Gruppe.
  • Technische Objekte werden über die Felder Planergruppe + Planungswerk einem zuständigen Planerteam zugeordnet.
  • Typische Ausprägung bei MetLi: Planergruppen nach Gewerk (Elektro, HKLS, Aufzug) oder nach Region.
  • Abgrenzung: Die Planergruppe plant — sie ist keine Kapazität und kein Kostenobjekt.

Feld am Technischen Objekt

TP/EQ-Stamm: „Planungswerk" + „Planergruppe" → steuert den Arbeitsvorrat.

Typischer Anfängerfehler

Planergruppe (Verantwortung) mit Arbeitsplatz (Kapazität) verwechseln — Quiz-Frage 3, Block A!
Kapitel 2 · Organisation

IH-Arbeitsplatz & Kostenintegration

Funktion 1: Kapazität

Der Arbeitsplatz (z.B. Elektrowerkstatt, HKLS-Team) ist der Kapazitätsträger für die Einplanung von Vorgängen — Verfügbarkeit, Schichtmodell, Formeln für Dauer & Personen.

Funktion 2: Kostenquelle

Über Kostenstelle (wo entsteht der Aufwand?) und Leistungsart (zu welchem Internen Tarif?) kalkuliert das System Eigenleistung im Arbeitsplan und Auftrag.
ArbeitsplatzKostenstelle + Leistungsart + Formeln
Arbeitsplan / AuftragPlan-Kosten = Std. × Tarif
RückmeldungIst-Kosten auf Auftrag
Abrechnungan Kostenstelle des Techn. Objekts
Migrations-Klassiker: Fehlen Kostenstelle, Leistungsart oder Kalkulationsformel am Arbeitsplatz, bleiben Plankosten bei 0 € — der häufigste Stammdatenfehler bei Go-Lives (Quiz Block D, Frage 4).
Kapitel 2 · Übergang zur Gruppenarbeit

Leitfragen für die Gruppenarbeit

Ordnen Sie MetLis Organisation in SAP-Strukturen (20 Min. Arbeit): Liegenschaftsverwaltung, Technik-Zentrale, Dienstleister-Pool & Werkstätten.

  • Welche Einheit wird Werk — und welches Werk ist Standort-, welches Planungswerk?
  • Werksbezogen oder werksübergreifend organisieren?
  • Wo hängen die Kostenstellen, damit Kosten je Liegenschaft auswertbar sind?
  • Wo erfolgt der Kapazitätsabgleich — und was passiert, wenn der Arbeitsplatz falsch zugeordnet ist?

Trainer

Musterlösung ist in der Workshop-Seite „FM-Organisationsdesign" hinterlegt (Button „Musterlösung einblenden").
03
Kapitel 3

Technische Objekte

Technischer Platz: Top-Down & Strukturkennzeichen Equipment, Serialnummer & Einsatzliste TP vs. Equipment: Entscheidungskriterien Klassifizierung & Stücklisten
Kapitel 3 · Technische Objekte

Die Welt der Technischen Objekte

Technischer Platz

Der Ort des Geschehens — funktional, räumlich oder prozessorientiert strukturiert. Starr, ortsgebunden. (Kläranlage, Halle, RLT-3.02)

Equipment

Der physische Gegenstand — individuell, ein-/ausbaubar, mit eigener Historie. (Motor, Pumpe, Aufzugsschrank)

Material & Stückliste

Keine Individual-Historie, aber strukturierbar über Stücklisten. (Filter, Keilriemen, Schmieröl)
  • Meldungen und Aufträge können auf beide Objektarten gebucht werden.
  • Technische Objekte sind der Kontext aller Prozesse: Historie, Wartungspläne, Klassifizierung, Garantien hängen daran.
  • Jedes Technische Objekt gehört zu einem Werk und ist einer Planergruppe zugeordnet (→ Kapitel 2).
Kapitel 3 · Technische Objekte

Technischer Platz: Top-Down & Strukturkennzeichen

Strukturkennzeichen

Das Regelwerk für den Anlagenaufbau: Die Editionsmaske definiert erlaubte Zeichen & Gruppierung, die Hierarchieebenen steuern die Tiefe des Baums (z.B. A-X-N…). Werkzeug, nicht Weisheit: Die inhaltliche Gliederung entscheidet der Kunde.

MetLi-Beispielhierarchie

Standort → Liegenschaft → Gebäude → Etage → Raum → Gewerk → Anlage (TP) → Bauteil (Equipment)
  • Top-Down-Prinzip: vom Groben zum Feinen — jede Ebene ist ein eigener Technischer Platz.
  • Der Platz bleibt starr: Kosten und Historien werden am Ort ausgewertet, egal welches Equipment gerade eingebaut ist.
  • Faustregel: „So viel wie nötig, so wenig wie möglich" — zu tiefe Strukturen erzeugen Zuordnungsfehler und Pflegeaufwand.
Kapitel 3 · Technische Objekte

Equipment, Serialnummer & Einsatzliste

  • Das Equipment ist ein individuelles, ein- und ausbaubares Wirtschaftsgut mit eigener Meldungs-, Auftrags- und Kostenthistorie.
  • Einsatzliste: Beim Einbau in einen Technischen Platz dokumentiert das System lückenlos, wann das Equipment wo eingebaut war — der Kernunterschied zum Platz.
  • Verknüpfung zur Materialwirtschaft über Materialnummer + Serialnummer (Bestandsführung einzelner Stücke).
  • Auch Equipments haben eine Kostenstelle — oft geerbt vom übergeordneten Technischen Platz.
Equipment „Motor M-77"pumpt heute in Gebäude B
Ausbau & WerkstattHistorie wandert mit
Einbau Gebäude CEinsatzliste: neue Station dokumentiert
Bautyp-Trick: 100 baugleiche Anlagen → eine Materialstückliste, verknüpft über das Feld Bautyp am Equipment — statt 100 Einzelstücklisten zu pflegen.
Kapitel 3 · Technische Objekte

TP vs. Equipment: Entscheidungskriterien

Kriteriumspricht für Technischen Platzspricht für Equipment
Beweglichkeitortsfest, bleibt lifetime am Platzaustauschbar, wandert durch die Anlage
KostensichtKosten des Ortes langfristig überwachenKosten des Einzelstücks verfolgen
Historie„Was geschah an dieser Station?"„Was erlebte dieses Objekt wo?" (Einsatzliste)
Bestandsführungkein BestandMaterial + Serialnummer möglich

Einsatzort-Analyse

„Gehen Aggregate an diesem Platz öfter kaputt als woanders?" → Platz anlegen und Equipment zuordnen.

Wegwerf-Regel

Reparaturwert ≈ 0 (Filter, Ventil)? → kein eigenes Equipment, als Stücklistenposition abbilden.
Kapitel 3 · Technische Objekte

Klassifizierung: Klassen & Merkmale

  • Das SAP-Klassensystem reichert Technische Objekte mit such- und auswertbaren Eigenschaften an, die der Standardstamm nicht hat: Leistung = 50 kW, Spannung = 400 V.
  • Bausteine: Merkmal CT04 (Typ, Werte, Einheit) → Klasse CL02 (Objektklasse für Techn. Objekte) → Bewertung am TP/Equipment.
  • Vererbung: Basisklasse (z.B. HLK-Anlage) mit gemeinsamen Merkmalen, Unterklassen für Kälte-/RLT-Spezifika.
  • NICHT für Ersatzteil-Strukturierung — dafür gibt es Stücklisten. Und keine Equipmenttypen für „50kW" (steuern Systemverhalten, nicht Inhalt).

Wirtschaftlichkeitsgebot (GA-Datenmodellierung)

Jedes Merkmal kostet Erhebung und Pflege. Regel: Merkmal nur, wenn ein Prozess ihn braucht (Ersatzteilsuche, gesetzlicher Nachweis, Wartungsabruf, Abrechnung) — sonst wird's ein Datengrab. Zielgröße: 5–8 Pflichtmerkmale pro Klasse.
Kapitel 3 · Technische Objekte

Stücklisten: Ersatzteile strukturiert

Materialstückliste

Einmal je Material; für baugleiche Objekte über das Bautyp-Feld an beliebig viele TP/EQ verteilen. Best-Practice bei Flotten.

TP-/Equipment-Stückliste

Objektspezifische Struktur (Bauteile am Platz/Objekt) — wenn Individualität nötig ist.

Funktionsstückliste

Technisch-funktionale Baugruppenstruktur, eher Engineering-getrieben.
  • Stücklisten befüllen die Materialkomponente von Aufträgen — schnell planen statt alles freitippen.
  • Nur bestandsgeführte Materialien erzeugen Reservierungen; Verbrauchsmaterialien laufen auch hier über Materialstämme.
Übergang: In den nächsten zwei Gruppenarbeiten baut ihr MetLis Hierarchie und das Klassenmodell für Kälteanlagen/HLK.
04
Kapitel 4

Meldung & Auftrag: Der Störungsprozess

End-to-End in fünf Phasen IH-Meldung, Meldungsarten & Kataloge IH-Auftrag: Aufbau, Status, Integration Abschluss: TABG & Abrechnung
Kapitel 4 · Meldung & Auftrag

Der Störungsprozess End-to-End

1 · MeldungIW21 / Fiori „Meldung anlegen"
Helpdesk erfasst Schaden am Technischen Objekt — codiert, mit Störungsbeginn
2 · AuftragIW31 · Auftragsart PM01
IH-Planer plant Vorgänge, Kapazität (Arbeitsplatz), Material
3 · MaterialReservierung oder BANF
Lagerteil → Reservierung · Fremdteil → Bestellanforderung (MM)
4 · RückmeldungIW41 / IW42
Zeit + Material auf den Auftrag (Kosten) · Ursache auf die Meldung (Historie)
5 · AbschlussTABG + Abrechnung KO88
Technisch fertig → Kosten an Kostenstelle des Objekts → Auswertung
Kapitel 4 · Meldung & Auftrag

IH-Meldung: Zweck & Meldungsarten

IH-Meldung (PM-NOT)

Dokumentiert das technisch „Was ist passiert?": Schadensbild, Ursache, Störungsbeginn/-ende, Ausfallkennzeichen. Keine Kostenintegration, keine Ressourcenplanung.

IH-Auftrag (PM-ORD)

Steuert das kaufmännisch „Wer, wie, womit?": Vorgänge, Kapazitäten, Material, Kosten — zentraler Kostensammler (MM/CO/FI).
  • Im SAP-Kurssystem: M2 = Störmeldung (Ausfall), M1 = IH-Anforderung (geplante Maßnahme „Reinige Filteranlage").
  • Achtung: Meldungsarten sind Customizing — im Kundenprojekt immer prüfen, welche Nummern dort gelten.
  • Bezugsobjekt: Technischer Platz und/oder Equipment — entscheidet, wo die Historie hängt.
Kapitel 4 · Meldung & Auftrag

Kataloge: Voraussetzung für jede Auswertung

Katalogart B — Schaden

Was ist sichtbar? „Leckage", „Lagerlauf geräuschvoll"

Katalogart C — Ursache

Warum? „Keilriemenriss", „Pumpenlagerschaden"

Katalogart A — Tätigkeit

Was wurde getan? „Riemenwechsel"
  • Nur codierte Eingaben fließen in Standardanalysen des PMIS (Instandhaltungsinformationssystem) — Langtexte sind für die Schwachstellenanalyse wertlos.
  • Zielbild: „Die 3 häufigsten Ursachen an RLT-Anlagen der Liegenschaft Mitte" ist mit einem Klick beantwortbar.
  • Codepflege ist eine Berateraufgabe: Kataloge klein, praxisnah, mit den Technikern gemeinsam aufbauen.
Kapitel 4 · Meldung & Auftrag

IH-Auftrag: Aufbau & Statusverwaltung

Aufbau

Kopf (Art PM01, Bezugsobjekt, Kontierung) + Vorgänge (Arbeitsinhalt, Steuerschlüssel, Arbeitsplatz, Dauer) + Materialkomponenten + Plankosten je Vorgang.

Statusfolge (Ausschnitt)

ERSTELLT → FREIGEGEBEN → (RÜCKGEMELDET) → ABGESCHLOSSEN (TABG) → KAUFM. ABGESCHLOSSEN (CLOS) Systemstatus steuern automatisch, Userstatus modellieren Kundenprozesse.
  • Freigabe aktiviert Fertigungslisten und macht den Auftrag voll planbar/rückmeldefähig.
  • Kopf- oder Vorgangskontierung möglich — auch einzelne Vorgänge können Kosten auslösen.
  • Auftragsarten (PM01, PM02, PM03 …) steuern Nummernkreis, Bildaufbau, Abrechnungsvorgaben — klassisches Customizing-Thema. Die gleichnamigen Steuerschlüssel (Kap. 7) sind ein anderes Konzept.
Kapitel 4 · Meldung & Auftrag

Integration MM & CO

Material (MM)

Lagerteil: Planung erzeugt Reservierung → Entnahme MIGO bucht Warenbewegung und Ist-Kosten auf den Auftrag.

Fremdteil: Planung erzeugt Bestellanforderung → Beschaffung (Details Kapitel 7).

Zeiten (CO)

Zeitrückmeldung IW41: geleistete Stunden werden über die Leistungsart des Arbeitsplatzes bewertet und als CO-Istkosten auf den Auftrag gebucht.
  • Istkosten entstehen dynamisch während der Durchführung — nicht erst beim technischen Abschluss.
  • Geplanter Materialbedarf ohne Lagerbestand → Bestellanforderung statt Reservierung (Verfügbarkeitsprüfung).
Datenkonsistenz-Falle (GA-Diskussion): Beschreibt der Techniker die Ursache nur im Auftrag-Langtext, fehlt sie codiert in der Meldung → PMIS-Auswertung lückenhaft.
Kapitel 4 · Meldung & Auftrag

Abschluss: TABG & Abrechnung

Technischer Abschluss (TABG) bewirkt

Auftrag für IH-Änderungen gesperrt · Kapazitätsbedarfe aufgehoben · offene Reservierungen aufgelöst · offene BANFen erhalten Löschvormerkung · fehlende Abrechnungsvorschrift wird automatisch erzeugt · Endtermin gesetzt.

Kaufmännisch bleibt offen

Späte Rechnungen (MIRO) und Warenbewegungen sind bis zum kaufmännischen Abschluss (CLOS) weiterhin buchbar.

Abrechnung KO88

Periodische Abrechnung der gesammelten Ist-Kosten an die Kostenstelle des Technischen Objekts → CO/FI-Historie.
MTTR-Brücke (Kapitel 8): Erst das Störungsende auf der Meldung schließt die Ausfallzeit — TABG allein macht die Meldung nicht fertig.
Kapitel 4 · Übergang zur Gruppenarbeit

Warum Meldung und Auftrag?

Nur Auftrag

Kosten ok — aber keine Ursachencodes → keine Schwachstellenanalyse.

Kombi (Goldstandard)

Technische Historie + kaufmännische Steuerung in einem Belegfluss.

Nur Meldung

Historie ok — aber keine Zeit-/Material-/Kostenerfassung.

In der Gruppenarbeit simuliert ihr den Ausfall der RLT-3.02 im Verwaltungsgebäude Mitte über alle fünf Phasen — mit den Rollen Helpdesk, IH-Planer, Techniker, Controller — und beantwortet die vier Analyseschwerpunkte (Datenkonsistenz, MM-Integration, Kostensammler, Prozessabschluss).

Trainer

Musterantworten zu beiden Checks sind in der Workshop-Seite „End-to-End Störungsprozess" hinterlegt.
05
Kapitel 5

Planmäßige Instandhaltung

Von reaktiv zu planmäßig: Arten der IH Arbeitspläne & IH-Anleitungen Einzelzyklusplan & Strategieplan Terminierung & Migration
Kapitel 5 · Planmäßige IH

Von reaktiv zu planmäßig

Inspektion

Ist-Zustand feststellen & melden — ohne Eingriff (Prüfung, Sichtkontrolle).

Wartung

Zustand erhalten — defined Maßnahmen: Ölen, Reinigen, Einstellen, Austausch Verschleißteil.

Instandsetzung

Funktionsfähigkeit wiederherstellen — nach Störung oder planlich absehbarer Instandsetzung.
  • Reaktiv = Feuerwehr (teuer, ungeplant). Planmäßig = geplante Maßnahmen über Arbeitsplan + Wartungsplan.
  • Der Wartungsplan generiert automatisch Wartungsaufträge (oder -meldungen) — inklusive geplantem Arbeitsplan, Material und Termin.
  • Trigger der Terminierung: Kalender (zeitabhängig) oder Nutzung (leistungsabhängig) → Kapitel 6.
Kapitel 5 · Planmäßige IH

Arbeitspläne & IH-Anleitungen

IH-Anleitung

Objektunabhängig — einmal definiert, an beliebig viele gleichartige Objekte nutzbar. Best-Practice gegen Redundanzen.

Equipment-/TP-Plan

Objektbezogen — wenn Ablauf wirklich nur dieses Objekt betrifft.

Vorgang

Arbeitsschritt mit Steuerschlüssel (PM01 intern / PM02, PM03 extern), Arbeitsplatz, Dauer, Komponenten.
  • Reihenfolge von Vorgängen über Anordnungsbeziehungen (AOB): „Normalfolge" verknüpft Ende von 0010 mit Anfang von 0020 (Fundament → Motor einbauen).
  • Der Steuerschlüssel regelt bewirtschaftliche Funktionen (Eigen-/Fremdleistung, Kalkulation, Druck) — keine zeitlichen Logiken; die kommen von AOBs.
40 identische Pumpen? Eine IH-Anleitung zentral pflegen — nicht 40 Equipmentpläne (Quiz Block C, Frage 3).
Kapitel 5 · Planmäßige IH

Einzelzyklusplan: Das Arbeitstier

Zeitabhängig

Zyklus in Zeiteinheiten (z.B. alle 2 Jahre) ab Zyklusstart. MetLi-Beispiel: Feuerlöscherprüfung alle 2 Jahre, RLT-Inspektion alle 3 Monate.

Leistungsabhängig

Zyklus in Mengeneinheiten (z.B. alle 1.000 Betriebsstunden) — setzt Zähler am Objekt voraus → Kapitel 6. MetLi-Beispiel: Aufzugswartung.
  • Planbestandteile: Zyklus, Zyklusstart, Referenzobjekt, Arbeitsplan, Abruf (Auftrag oder Meldung), Auftragsart, Planergruppe.
  • Terminierung erzeugt Plantermin (fällig) und Abrufdatum (Auftrag wird erzeugt) — Vorlaufsteuerung über den Eröffnungshorizont.
  • Faustregel: Einzelzyklus für 80–90 % aller Fälle; Strategien nur bei echten Verdrängungslogiken.
Kapitel 5 · Planmäßige IH

Strategieplan: Wartungspakete & Hierarchie

MetLi-Fall: RLT-Anlage

Alle 3 Monate Inspektion, alle 12 Monate Generalüberholung. Fällt beides zusammen → nur die Generalüberholung. Das ist eine Verdrängungslogik → Strategieplan mit Wartungsstrategie + Paketen.
  • Pakete erhalten eine Hierarchie-Ziffer: Höhere Ziffer = höhere Priorität. Koinzidieren Termine, verdrängt das Paket mit der höheren Ziffer das andere (S4132-Beispiel: Paket 30 mit Hierarchie 2 deaktiviert Pakete 10 & 20 mit Hierarchie 1). → Die 12-Monats-Generalüberholung bekommt also die höhere Ziffer.
  • Eröffnungshorizont (in % der Zykluszeit): 90 % = Auftragserstellung erst nach 90 % des Zyklus → genau 10 % Vorlauf für die Werkstatt.
  • Verschiebungsfaktoren regeln, wie sich Folgetermine bei verfrühter/verspäteter Erledigung verhalten — nicht die Verdrängung.
  • Auch leistungsabhängige Strategiepläne (Strategie in Mengeneinheit + Zähler) sind möglich — z.B. Fuhrpark in km.
Kapitel 5 · Planmäßige IH

Terminierung & Migration: Start im laufenden Zyklus

Migrations-Situation bei MetLi

Go-Live heute. Die RLT-Anlage wurde vor 2 Monaten gewartet (3-Monats-Zyklus). Startet man den Plan „normal" ab heute, käme der erste Abruf erst in 3 Monaten — ein Jahr Terminverschiebung ins System gebrannt.

Lösung: Start im laufenden Zyklus

Funktion IP10 → „Start im laufenden Zyklus": das Abschlussdatum der letzten Wartung angeben. Das System berechnet die Differenz zum heutigen Datum und terminiert präzise im Zyklus weiter (nächster Abruf in 1 Monat).

Leistungsabhängig analog

Beim Zähler den realen Stand migrieren (z.B. 14.500 Bh) — Details im nächsten Kapitel.
Prüffrage fürs GA: Welches Feld braucht die Funktion „Start im laufenden Zyklus"? → Abschlussdatum der letzten Wartung.
06
Kapitel 6

Messpunkte & Zähler

Nutzung statt Kalender: leistungsabhängig Zählerkette: Merkmal → Zähler → Messbeleg Absolut- vs. Fließzähler Messbeleg = Auslöser der Terminierung
Kapitel 6 · Messpunkte & Zähler

Warum leistungsabhängig?

Das Kalender-Problem

Zwei Aufzüge, beide „alle 1.000 Bh warten": Aufzug A läuft im Hotelbetrieb 10× so oft wie Aufzug B im Nebenstandort. Ein Zeitzyklus wartet den einen zu spät, den anderen zu früh.

Der Nutzungs-Zyklus

Der Zählerstand ist der wahre Zustandsindikator für Verschleiß. MetLi-Beispiele: Betriebsstunden Aufzug, km der Service-Fahrzeuge.
  • Leistungsabhängige Pläne nutzen einen Zyklus in Mengeneinheit statt Zeit.
  • Auch leistungsabhängige Strategiepläne (Pakete in km/Bh mit Verdrängung) sind möglich — z.B. Fuhrpark 10.000/50.000 km.
Kapitel 6 · Messpunkte & Zähler

Die Zählerkette: Merkmal → Zähler → Messbeleg

1 · MerkmalCT04 · Mengeneinheit „h"/„km"
2 · Zähler = Messpunkt Kat. „Zähler"IK01 · am Equipment · Jahresschätzung z.B. 2.000 Bh
3 · MessbelegIK11 · Stand erfassen → Terminierung neu
Wartungsplanleistungsabhängig · Zyklus 1.000 Bh
  • Ein Zähler ist ein Messpunkt der Kategorie „Zähler", der am technischen Objekt (meist Equipment) hängt.
  • Die Jahresschätzung am Zähler erlaubt die Erstterminierung: Stand + Zyklus → über Jahresleistung in ein Kalenderdatum umgerechnet.
  • Zählerstände werden ausschließlich über Messbelege geführt — Zeitrückmeldungen zählen sie nicht hoch.
Kapitel 6 · Messpunkte & Zähler

Absolut- vs. Fließzähler

Absolutzähler (kumuliert)

Stand steigt monoton: Betriebsstunden, Kilometerstand, Stückzahl. Jede Ablesung = Gesamtstand. Klassiker der Instandhaltung.

Fließzähler (pro Periode)

Ablesung = Verbrauch im Zeitraum: m³ Wasser pro Monat, kWh pro Abrechnungsperiode. Für verbrauchsgetriebene Wartung/Abrufe.

Aufzug A-11

Absolutzähler „Bh" — 1.000-Bh-Zyklus

Service-Fahrzeug

Absolutzähler „km" — Inspektion nach Laufleistung

Wasseruhr Gebäude

Fließzähler „m³/Monat" — Verbrauchsbeobachtung
Feuerlöscher? Kein Zähler — die 2-Jahres-Frist ist gesetzlich, also Zeitzyklus. Nicht alles, was messbar ist, muss auch ein Zähler werden (GA-Diskussion).
Kapitel 6 · Messpunkte & Zähler

Messbeleg = Auslöser der Terminierung

Rechenweg beim MetLi-Aufzug

Zählerstand 15.000 Bh (neuer Messbeleg) + Zyklus 1.000 Bh = Fälligkeitsstand 16.000 Bh. Über die Jahresschätzung (2.000 Bh/Jahr) → Fälligkeit in 6 Monaten. Davon 90 % Eröffnungshorizont → Auftragserstellung nach ~5,4 Monaten.
  • Jeder Messbeleg triggert die Neuberechnung der zukünftigen Plan- und Abruftermine — die Planung hängt an der realen Nutzung.
  • Ohne Messbeleg keine Neuberechnung: Die Terminierung lebt von der Erfassungsdisziplin der Techniker.
  • Migration: Zähler mit realem Startstand anlegen (z.B. 14.500 Bh) und Wartungsplan per „Start im laufenden Zyklus" fortsetzen — nicht bei 0 beginnen.
Take-away: Der Zähler ist der Sensor, der Wartungsplan der Konsument. Datenqualität der Messbelege ist der Erfolgsfaktor des Konzepts.
07
Kapitel 7

Fremdleistung & Modulintegration

Steuerschlüssel: PM01 / PM02 / PM03 Belegfluss: Auftrag → BANF → Bestellung → Leistung → Rechnung Obligo & Ist-Kosten im Zeitverlauf Stolperfallen aus der Praxis
Kapitel 7 · Fremdleistung & Integration

Eigen- oder Fremdleistung? Der Steuerschlüssel entscheidet

SteuerschlüsselArtMechanikKostenfluss
PM01EigenbearbeitungKapazitätsplanung am Arbeitsplatz, RückmeldungCO: Sender-Kostenstelle → Auftrag (Leistungsverrechnung)
PM02Fremd (einfach)Text-BANF an Einkauf, WareneingangObligo & Ist über MM-Bestellung
PM03Fremd (Dienstleistung)Muster-Leistungsverzeichnis + Leistungsstammsätze; Abnahme via LeistungserfassungsblattObligo ab BANF, Ist bei Abnahme (MM/CO), Rechnung FI

PM03 = juristische Grenze

Über die Unternehmensgrenze hinweg braucht es zwingend Belege: BANF → Bestellung → LE → Rechnung. Kein „mal eben per Langtext".

Stolperfalle

Falscher Steuerschlüssel im Vorgang (PM01 statt PM03) bricht die komplette Beschaffungskette — keine BANF, kein Obligo, kein sauberer Belegfluss.

Nicht verwechseln: „PM01" gibt es doppelt — als Steuerschlüssel (hier: Eigenleistung) und als Auftragsart (Kap. 4). Zwei verschiedene Konzepte.
Kapitel 7 · Fremdleistung & Integration

Belegfluss PM03: vom Auftrag zur Zahlung

IH-AuftragPM · Vorgang mit PM03 + LV
BANFPM→MM · Obligo aktiv
BestellungME21N · Kontierung „F" = Auftrag
LeistungserfassungML81N · Abnahme durch Planer
RechnungsprüfungMIRO · gegen LE & Bestellung
ZahlungFI · Zahlungslauf
  • Rollenkette: Planer (Auftrag/LV) → Einkäufer (Bestellung) → Dienstleister (Leistung) → Buchhalter (Prüfung/Zahlung).
  • Leistungserfassungsblatt ohne Bestellbezug = keine saubere Abrechnungsbasis — Rechnungsprüfung wäre nicht möglich.
  • MIRO prüft gegen Bestellung + Leistungserfassung (Mengen-/Preisabgleich) — deshalb die Belegdisziplin.
Kapitel 7 · Fremdleistung & Integration

Obligo & Ist-Kosten im Zeitverlauf

BANFPlan-Obligo aktiv · Budget blockiert
BestellungObligo bleibt/aktualisiert
LE-AbnahmeIst-Kosten auf Auftrag · Obligo abgebaut
MIRO/AbrechnungKreditor gezahlt · KO88 an Kostenstelle
  • Antwort auf die GA-Frage: Das Budget wird bei BANF/Bestellung blockiert (Obligo), echte Ist-Belastung kommt mit der Abnahme der Leistung.
  • Beim TABG bleiben offene Bestellungen/Rechnungen kaufmännisch abwickelbar — erst CLOS schließt die Kasse.
  • Kommit-Regel für Junioren: Jeder Beleg enthält die Auftragsnummer als Kontierungsbezug — dadurch bleibt der Kostensammler über alle Module hinweg konsistent.
Kapitel 7 · Übergang zur Gruppenarbeit

Fallstudie: Stahlrohrleitung 100 m

Szenario (MetLi, Bürokomplex Mitte)

Interne Ressourcen ausgelastet → Vergabe an die Rohr-Blitz GmbH nach detailliertem Leistungsverzeichnis: Erdaushub (m³) · Rohr verlegen (m) · Anbohrschellen (Stk).
  • Aufgabe 1: Belegfluss modellieren — welches Dokument triggert welchen Schritt, wer macht was?
  • Aufgabe 2: Modul-Zuordnung — wo wirkt PM, MM, CO, FI in jedem Schritt?
  • Fokusfragen: Obligo-Timing · Leistungserfassung ohne Bestellbezug · falscher Steuerschlüssel · MIRO-Prüfgrundlage.

Trainer

Musterlösung (4-Schritte-Kette mit Belegen) in der Workshop-Seite „End-to-End Serviceabwicklung".
08
Kapitel 8

Reporting & Analytics

Embedded Analytics vs. SAP Analytics Cloud VDM: Basic → Composite → Consumption KPI-Datenherkunft: MTTR & Kosten Fiori Key-User-Werkzeuge
Kapitel 8 · Reporting & Analytics

Die Reporting-Landschaft in S/4HANA

Embedded Analytics (operativ)

Echtzeit auf den Transaktionsdaten im selben System — für Tagesgeschäft: offene Aufträge, Ausfälle, Kostenstände. Kein Datenabzug nötig.

SAP Analytics Cloud (strategisch)

Mehrjährige Vergleiche, Non-SAP-Daten, Pläne und Dashboards fürs Management — Daten werden aus dem System herausgeholt.
  • Berater-Faustregel: Zuerst den SAP-Standard prüfen (View Browser) — die meisten EAM-Fragen sind bereits mit Standard-Views/Queries beantwortbar.
  • Customizing entfällt weitgehend: Reports entstehen als CDS-Views + Queries, konfigurierbar durch Key-User.
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VDM: Die drei Schichten der CDS-Views

Consumption View / Analytical QueryFrontend-Konsum · Filter & Parameter
Composite View / CubeBusiness-Logik · Verknüpfung Meldung & Auftrag
Basic / Interface ViewEchtzeit-Zugriff auf die DB-Tabellen
GA-Brücke: In der Gruppenarbeit ordnet ihr diese drei Schichten korrekt und leitet daraus ab, wo MTTR- und Kosten-KPIs herkommen.
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KPI-Datenherkunft: MTTR & Instandsetzungskosten

MTTR (Mean Time To Repair)

Basis: Meldungskopf (Tabelle VIQMEL). Nötig: Ausfallkennzeichen + Störungsbeginn/-ende — beides erfassen die Techniker in der Meldung.

MTTR ist der Mittelwert vieler Ausfalldauern — eine einzelne Meldung liefert die Ausfalldauer, nicht die Kennzahl selbst.

Instandsetzungskosten

Basis: Auftrags-Istkosten (CDS-Views auf ACDOCA/PM-Views). Nötig: Zeitrückmeldungen + Warenentnahmen auf den Aufträgen.
  • Kernaussage fürs Management: KPIs sind so gut wie die Eingabedaten der Techniker — kein Dashboard rettet ungepflegte Meldungsfelder.
  • Aggregation nach Standort, Gewerk oder Fläche funktioniert nur, wenn Organisation & Anlagenstruktur sauber sind (→ Tag 1!).
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Fiori Key-User-Werkzeuge

View / Query Browser

Vorhandene SAP-Standard-Inhalte suchen und analysieren — immer der erste Schritt vor Eigenbau.

Custom Analytical Queries

Eigene Abfragen grafisch bauen — ohne ABAP-Kenntnisse, auf Basis der VDM-Schichten.

KPIs & Berichte verwalten

Kennzahlen als Fiori-Kacheln und Diagramme sichtbar machen.

Ausfälle techn. Objekte

Standard-App für MTTR- und Schadensanalysen — der direkte Blick auf die Meldungshistorie.

Abschluss der zwei Tage: In der Gruppenarbeit designet ihr das Management-Dashboard für den FM-Leiter von MetLi — KPI 1 „MTTR", KPI 2 „Instandsetzungskosten nach Standort/Gewerk".

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